26. Oct 2015
Fackelmarsch der „Arier“ in Mariupol
5. Sep 2015
Für Frieden im Donbass aussprechen – Dafür wurde der ukrainische Journalist Ruslan Kotsaba inhaftiert
6. Aug 2015
Ukrainische Nazis griffen erneut Gedenkfeier und Trauernde des Odessa-Massakers an
6. Aug 2015
Oberleutnant des ukrainischen Militärs erhält Ehrenauszeichnung – Ein Offizier, der betrunken mit Schützenpanzerwagen Kleinkind tötete
30. Jul 2015
„Weißer Führer“ des Neonazi-Bataillons Asow ins Europäische Parlament eingeladen

In den letzten Tagen versuchte der Rechte Sektor, unter der Führung von Dmitry Jarosch, einen Attentat auf einen Politiker auszuüben, sowie öffentliche Behörden zu stürmen. Vor allem in der Westukrainischen Stadt Mukachevo, spitzte sich die Lage zu. Der Rechte Sektor setzte am Sonntag, den 12. Juli 2015,  mehrere Polizeiwagen in Brand, als sie versuchten den Abgeordneten der Ukrainischen Rada (Parlament) Mikhailo Lanyo auf offener Straße zu ermorden. Drei Menschen wurden getötet (zwei von ihnen waren Mitglieder des Rechten Sektors) und dreizehn verletzt (vier von ihnen Mitglieder des rechten Sektors).

Laut Berichten wurden Barrikaden und Checkpoints vom „Rechten Sektor“ in mehreren Teilen der Ukraine und um Kiev errichtet. Rund 100 der rechtsextremen Bataillone „Asow“ und „Aidar“ haben das Verwaltungsgebäude des ukrainischen Innenministeriums in der zentralukrainischen Großstadt Poltawa umzingelt.

Das gleiche Bild spielt sich vor Rathäuser von mindestens 12 ukrainischen Großstädten und Metropolen ab, wo sich ebenfalls dutzende neofaschistische Anhänger des Rechten Sektors versammeln, Barrikaden mit Autoreifen errichten und sich in Stellung bringen, um die Regierung zu bedrohen. Auch in Kiew setzten der „Rechte Sektor“ und ihre Befürworter einen regelrechten Mob in Gange. Menschen versammelten demonstrierend sich vor dem Präsidentensitz Poroschenkos im Kiewer Stadtzentrum.

Wie auch durch das ukrainische TV bekannt geben wurde, haben tausende von den westlichen Staaten schwer bewaffnete rechtsradikale Söldner des „Rechten Sektors“ ihre Stellung an der Donbass-Front, der sogenannten ATO (Anti Terror Operation), verlassen. Das bestätigte auch der Kommandeur des 5. Bataillons des „Rechten Sektors“. Wohin die tausenden rechtsradikalen Söldner abgezogen wurden blieb unklar. Experten vermuten, dass sie demnächst Kiew erreichen könnten – samt ihrer schweren Bewaffnung.

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Jeep des „Rechten Sektors“ mit tschechischem EU-Kennzeichen vom Attentats-Versuch in der Westukraine.

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Dieser war auch unmittelbar an Angriffen auf Donezk in der Ostukraine beteiligt.

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Ein vom „Rechten Sektor“ mit Granatwerfern zerstörtes Polizeiauto in der Westukrainischen Stadt Mukachevo.

Es scheint so, als hätte ein weiter blutiger Machtkampf in der Ukraine seinen Anfang genommen. Dmitry Jarosch, der Kopf des Rechten Sektors, forderte von Poroschenko einen Rücktritt. Er stellte ihm am gestrigen Abend ein Ultimatum, welches am 12. Juli 2015, um Mitternacht sein Ende nahm. Der Rechte Sektor, unter der Führung von Dimitry Jarosch, drohte mit dem entsenden seiner insgesamt 19 Bataillone (ca. 20.000 Mann) nach Kiew, sollte die Kiewer Regierung den Forderungen nicht nachgehen. Die Forderung des Rechten Sektors ist angeblich die Loslösung der ukrainischen Armee und der rechtsradikalen Bataillione von den Befehlen der Zentralregierung in Kiew, sowie freies Geleit für die Rechtsradikalen.


Am 02.Mai 2014 ereignete sich in Odessa ein Verbrechen, das nicht nur die Ukraine entsetzte, sondern die Ganze Welt. Mitglieder des Rechten Sektors in der Ukraine sperrten Antifaschistische Demonstranten, die vor dem Gewerkschaftshaus in Odessa gegen die neue Putsch-Regierung demonstrierten, dort ein und verbrannten sie bei lebendigem Leibe. Die genaue Zahl der Toten ist bis heute nicht bekannt. Es werden mindestens 116 Tote geschätzt. Dieses Verbrechen wurde bis heute nicht juristisch aufgeklärt und die Schuldigen niemals verfolgt.

Ein Jahr ist nun vergangen und die Überlebenden des Massakers finden keine Ruhe. Sie, wie auch Angehörige und Freunde werden auch heute wieder Opfer von Überfällen. So berichtet ein Überlebender:

Guten Abend, A.. Ich musste Dich aus meiner Freundesliste entfernen, weil ich befürchte, dass mich der SBU (Ukrainischer Geheimdienst) bald besucht. Ich möchte dir eine wichtige Nachricht überbringen: Der Rechte Sektor organisiert für alle Zeugen des Odessa-Massakers einen Hinterhalt. Am vergangen Dienstag den 30. Juni wurde ich von einem Mädchen mit einem Kätchen (ich bin Freiwilliger Tierhelfer) an einen Ort geführt worden, wo ich später von einer Gruppe in die enge getrieben wurde. Sie haben mich verletzt – 6 Stichwunden habe ich davongetragen. Wenn Du Beziehungen zu Personen hast, die bei jenem Ereignis in Odessa dabei waren, so warne diese bitte. Radikale Gruppen legen diese Art von Fallen. Letzten Samstag hat ein Freund von mir ein Anruf bekommen, dass er in das Büro des SBU zu kommen hat. Seit diesem Augenblick habe ich nichts mehr von ihm gehört. Ich habe begriffen, dass ich fliehen muss. Ich bin zurzeit bei meinen Eltern in Kuban. Ich habe Eltern, wo ich 2 Tage bleiben kann.


In der ostukrainischen Stadt Kharkov ist am Sonntag abend das überlebensgroße Lenindenkmal gestürzt worden. Zuvor hatten sich mehrere tausend ukrainische Nationalisten mit blau-gelben Staatsbannern, den schwarz-roten Fahnen der faschistischen Organisation Ukrainischer Nationalisten und dem Faschistenemblem der Wolfsangel auf einem Marsch »für die Ukraine« versammelt. Zuerst wurde die Parole »Ruhm der Ukraine« und eine Wolfsangel in den Granitsockel des Lenin-Monuments gemeißelt, später wurde das Monument mit Seilen gestürzt.

Die Aktion geschah mit Billigung des regionalen Gouverneurs, des Oligarchen Igor Baluta, und des Innenministers Arsen Awakow. Baluta hatte den Platz um das Denkmal weiträumig von der Polizei absperren lassen, um Gegendemonstrationen zu verhindern; die Beamten ließen jedoch einen LKW mit Seilwinde, der die angesägte Statue zu Fall brachte, durch die Absperrung. In Balutas Anordnung zur »Demontage des Denkmals für W. I. Lenin« hieß es ausdrücklich, Ziel der Polizeikette sei nicht der Schutz des Denkmals, sondern einzig der der Passanten vor der Gefahr, von herumfliegenden Splittern getroffen zu werden. Innenminister Awakow schrieb auf seiner Facebook-Seite, Sondereinheiten der Polizei seien in Bereitschaft, um alle »bewaffneten Provokationen« durch Gegner der Nationalisten zu unterbinden. Gegner der Nationalisten wurden gnadenlos verprügelt und schlimm zugerichtet, eine angekündigte Gegendemonstration wurde verboten.

Am Morgen zwei Tage nach dem Aufmarsch der Nationalisten wurde eine Leiche, die am Zaun einer Kirche aufgehangen war, gefunden. Die Umstände und die Todesursache sind bisher ungeklärt.